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„Erst mal ist man gar nicht sicher.”

Donnerstag, 25. März 2010

Aus der Sicht einer Schauspielerin

Erst etwas verhalten kommt uns der Applaus nach dem Stück entgegen. Hat es dem Publikum nicht gefallen? Zu langweilig, zu düster, zu absurd? Haben sich die zwei Monate Arbeit nicht gelohnt, in denen wir uns beinahe jedes Wochenende getroffen und bis zu sieben Stunden am Stück gearbeitet haben? War die anfängliche Nervosität, das stärkste Herzklopfen, das ich bisher hatte, und das Zittern (gefolgt von dem Kommentar aus der ersten Reihe: „Da ist aber jemand aufgeregt!“) umsonst?

Das positive Feedback, das dann in der Nachbesprechung folgte, belebte  uns. „Erst einmal… das war der Hammer.“

Durchatmen. Weitere positive Kritik, Fragen wie zum Beispiel „Wer warst du eigentlich?“ und „Wo spielt das Stück?“ gaben uns den Aufschwung. Uns wurde zugehört, wir hatten die volle Aufmerksamkeit im Raum und das Publikum denkt nach. Den zweiten Applaus konnte ich ohne jede Angst genießen.

Ob die Zuschauer den Sinn des „Endspiels“ sofort begriffen haben, ist nebensächlich. Das wichtigste ist für mich, dass ich das Publikum, wenn ich es schon nicht mitreißen kann, zum Nachdenken bringe. Und ich denke, das ist mir gelungen.

Ich spiele mittlerweile im vierten Jahr Theater, aber bisher habe ich mich nach einer Vorstellung noch nie so befreit und erleichtert gefühlt. Dass ich heuer beim  Schultheaterfestival spielen durfte, trägt wohl auch einen Teil dazu bei.

Phänomenale Schauspielkunst beim Endspiel von Samuel Beckett

Donnerstag, 25. März 2010

Vier Mädchen des Bertolt-Brecht-Gymnasiums beenden den Vormittag mit einer schweren Kost nämlich das „Endspiel“ von Samuel Beckett. Kurz vor ihrem Auftritt waren die Schauspielerinnen sehr nervös und probten mehrmals ihren endlos langen Text. Das hat sich eindeutig gelohnt.

Das Stück ist ein Drama und spielt in einem Raum in dem sich ein blinder Alter und seine Eltern die in Tonnen stecken da sie ihre Beine verloren haben befinden. Der Alte ruft immer wieder seinen Diener, der ihn eigentlich verlassen müsste. Es scheint so als wäre alles außerhalb des Raumes tot und diese vier Personen die einzigen Überlebenden. Der Alte hasst seine Eltern und sieht sie nur als Erzeuger. Er philosophiert über das Ende und in einem spektakulären finalen Monolog akzeptiert er, dass sie am Ende sind und dass sein Diener ihn verlässt.

Als das Licht ausging war erstmal Stille und alle mussten erstmal durchatmen. Danach ging der Applaus kräftig los. Man merkte, dass die Zuschauer dieses untypische Stück phänomenal fanden und sie lobten besonders die sehr gute Schauspielerische Leistung. Viele waren überrascht dass Schülerinnen so ein Stück so gut auf die Bühne bringen können. Alle verließen den Saal immer noch in Gedanken bei dem Stück dessen Thematik sehr nachdenklich macht.

Märchen einer etwas anderen Art

Mittwoch, 24. März 2010

Anlässlich einer japanischen Ausstellung am Bertolt-Brecht-Gymnasium, befasste sich die dortige Theatergruppe mit der Umsetzung zweier japanischer Märchen.

Zum einen „Der Schutzgott Dshidso mit dem Strohhut“ und „Der Kater der millionenmal gelebt hatte“, der heute seine Premiere feierte.

In dem ersten Märchen geht es um einen armen Strohhutverkäufer, welcher ohne Erfolg versucht seine Hüte auf dem Markt loszuwerden. Auf dem Nachhauseweg setzt er sie den Steinfiguren des Schutzgottes auf und gibt, trotz des schlechten Wetters, sogar seinen eigenen Hut her. Aus Dankbarkeit für seine Großzügigkeit bringen die Götter am Abend Schmuck, Reis und Geld.

Das zweite Märchen behandelt die Millionen Leben einer Katze und befasst sich mit der Wiedergeburt. Es werden ein paar Beispiele für das Leben der Katze bei verschiedenen Herrchen dargestellt und man bekommt das Gefühl eines ewigen Kreislaufes und die Katze ist mit keinem dieser Leben zufrieden. Als letztes wird er als Straßenkater wiedergeboren und glaubt nun das für ihn perfekte Leben gefunden zu haben, er verliebt sich jedoch in eine weiße Katze und findet erst mit ihr das vollkommende Glück als Familie. Nach einem erfüllten Leben mit der weißen Katze stirbt er letzten Endes und wird nie mehr wiedergeboren.

Obwohl das Stück bei dem größten Teil des Publikum großen Gefallen fand, müssen wir sagen das wir anfangs Probleme hatten uns in die Thematik einzufinden, weil wir uns mit asiatischen Märchen überhaupt nicht auskennen.

Was dem Stück sehr viel Kraft gab, war die spürbare Gruppendynamik, der Zusammenhalt der Gruppe und der Spaß am Schauspiel.

Besonders hervorzuheben sind die Übergänge und Wechsel im Stück selber, die dafür sorgten dass die Geschichte geschmeidig blieb. Die Inszenierung war, trotz dem ungewöhnlichen und unkonventionellen Thema, sehr gelungen und schaffte es den Zuschauer die unbekannte Kultur nahe bringen.