Aus der Sicht einer Schauspielerin
Erst etwas verhalten kommt uns der Applaus nach dem Stück entgegen. Hat es dem Publikum nicht gefallen? Zu langweilig, zu düster, zu absurd? Haben sich die zwei Monate Arbeit nicht gelohnt, in denen wir uns beinahe jedes Wochenende getroffen und bis zu sieben Stunden am Stück gearbeitet haben? War die anfängliche Nervosität, das stärkste Herzklopfen, das ich bisher hatte, und das Zittern (gefolgt von dem Kommentar aus der ersten Reihe: „Da ist aber jemand aufgeregt!“) umsonst?
Das positive Feedback, das dann in der Nachbesprechung folgte, belebte uns. „Erst einmal… das war der Hammer.“
Durchatmen. Weitere positive Kritik, Fragen wie zum Beispiel „Wer warst du eigentlich?“ und „Wo spielt das Stück?“ gaben uns den Aufschwung. Uns wurde zugehört, wir hatten die volle Aufmerksamkeit im Raum und das Publikum denkt nach. Den zweiten Applaus konnte ich ohne jede Angst genießen.
Ob die Zuschauer den Sinn des „Endspiels“ sofort begriffen haben, ist nebensächlich. Das wichtigste ist für mich, dass ich das Publikum, wenn ich es schon nicht mitreißen kann, zum Nachdenken bringe. Und ich denke, das ist mir gelungen.
Ich spiele mittlerweile im vierten Jahr Theater, aber bisher habe ich mich nach einer Vorstellung noch nie so befreit und erleichtert gefühlt. Dass ich heuer beim Schultheaterfestival spielen durfte, trägt wohl auch einen Teil dazu bei.





