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FLUGSCHRIFT #4

Aktionsräume

Die Frage, wie Spielstrukturen temporär und in selbstermächtigender Weise Öffentlichkeit von und für Kinder herstellen können, hat uns in dieser Ausgabe der Flugschrift beschäftigt. Unter dem Titel “Aktionsräume. Kinder-Öffentlichkeit und Spielstrukturen” sind Beiträge verschiedener Autor*innen versammelt, die dieser Frage nachgehen. Sie erfahren eine Kontextualisierung durch die Einbettung in ausgewählte Kinderproduktionen aus den Aktionsräumen 2019 des Fahrenden Raums.

Das Fanzine „Tilly’s Zauberlanden”, das im Rahmen des Aktionsraums SPAM entstanden ist, zieht sich als Grundrauschen hinter allen Beiträgen durch die vorliegende Ausgabe der Flugschrift. Es handelt sich dabei um einen Remix des gedruckten Raums von Supermarktprospekten aus dem Jahre 2019, die unaufgefordert in den Briefkästen und auf den Stufen der Treppenhäuser landen. Das Fanzine kann als erweiterte Form einer Spielstruktur gedacht werden, die Kinder und Jugendliche unmittelbar nutzen, um die Bilder und Eindrücke ihrer Umwelt in eigene Bildsprachlichkeiten zu übersetzen.

Im engeren Sinne zählen Spielstrukturen zu den letzten gemeinschaftlich und unkommerziell genutzten Anlagen im öffentlichen Raum. Im eigenverantwortlichen Spiel, das sie durch eine Gratwanderung zwischen Teilhabe und Mitgestaltung von und mit Kindern und Jugendlichen ermöglichen, spitzen sich die Konflikte um die Zurichtung des öffentlichen Raums zu. Nicht zuletzt stellt auch die mobile Behausung (Architektur) des Fahrenden Raums eine Spielstruktur und künstlerische Setzung im öffentlichen Raum dar, die als Basis auf Zeit dient, um gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Begriffe des Öffentlichen im stadtteilspezifischen Kontext künstlerisch auszuhandeln.

Mit Beiträgen von Jakob Jakobsen, Madeleine Bernstorff, Fari Shams mit Richard Dattner und Paul Friedberg, Grisi Ganzer, Gerd Grüneisl, greater form, Leo Heinik, Ludwig Bader, Maximiliane Baumgartner.